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Proteste1 Proteste gegen Arbeitslosigkeit und Verelendung der Bevölkerung
Seit Anfang Februar 2014 gehen in vielen Städten Bosniens die Menschen auf die Straße, um gegen die verheerende Wirtschaftslage und Perspektivlosigkeit im Land zu protestieren und ihrer Wut über ihre korrupte Führungsschicht Ausdruck zu geben.

Auslöser der Protestwelle, die in den großen Städten auch zu Gewaltausübung gegen Regierungsgebäude geführt hat, war die Schließung von 4 Unternehmen in Tuzla, die weitere 10.000 Menschen den Job kosten wird. Bis zu 54 Monate haben sie keinen Lohn und nur periodisch Arbeitslosengeld bekommen, und hatten doch noch Hoffnung, das Blatt könne sich wenden. Diese Schließungen sind nur das aktuellste Beispiel zahlloser fehlgeschlagener "krimineller" Privatisierungen ehemals staatlicher Betriebe, die die Wirtschaft im gesamten Land ins Chaos gestürzt haben. Staatliche Zuschüsse nützten die "Privatisierer", um sich zu bereichern. Versicherungen und Sozialabgaben wurden nur in den seltensten Fällen bezahlt, wenn dann noch die Stromzahlungen ausfallen, wird der Hahn zugedreht und die Arbeiter nach Hause geschickt.

44 % Arbeitslosigkeit im Durchschnitt (lokal liegen die Werte teilweise bei über 90 %) und etwa ein Fünftel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze sind das traurige Ergebnis einer Politik, die seit nun fast 20 Jahren seit Kriegsende das Land blockiert.

Die Protestierenden haben einen Forderungskatalog aufgestellt, mit dem diesem Treiben ein Ende bereitet werden soll. Unter anderem sollen die Politikergehälter an den Durchschnittslohn angepasst werden. Der liegt in Bosnien bei 423 €, das ist etwa die Hälfte des Existenzminimums und wird nur von wenigen auch erreicht. Die Politiker dagegen, die jedes Amt dreifach besetzen (=für Serben, Kroaten und Bosnier getrennt), werden nicht selten mehrfach bezahlt für Posten in Ausschüssen, Gremien und Unternehmen und genießen dazu noch Privilegien wie freie Wohnung und natürlich Dienstfahrzeuge und für ihre Kinder bevorzugten Zugang zu Bildungseinrichtungen.

Angesichts der Parlamentswahlen, die im Oktober 2014 anstehen, darf man gespannt sein, ob es in Bosnien zu einem Umschwung kommt. Die Bevölkerung ist jedenfalls nicht mehr bereit, die herrschenden Zustände hinzunehmen, obwohl (oder vielleicht gerade weil) sich die Menschen nichts mehr wünschen, als endlich ein Auskommen zu haben und in Frieden zu leben.



Helfer ohne Grenzen unterstützt seit vielen Jahren regelmäßig Hunderte von Hungernden mit Lebensmittelpaketen und Brennzholz.

Frühlingsimpressionen aus Bosnien







bosnienkarte Bosnien

Die ehemals jugoslawische Republik Bosnien-Herzegowina erklärte im März 1992 ihre Unabhängigkeit, woraufhin im Lande ein Bürgerkrieg ausbrach, der in bereits seit längerem andauernden Unruhen mit nationalistischen Hintergründen seinen Ursprung hatte.

Vor dem Krieg (1991) lebten 4,1 Millionen Menschen in Bosnien-Herzegowina ( BiH ). Bosniaken (sunnitische Muslime) bilden mit über 40% die größte Volksgruppe. Sie stammen von Slawen und Türken ab, die in den über 400 Jahren osmanischer Herrschaft über diese Region zum Islam konvertierten. Etwa 30% der Bevölkerung sind orthodoxe Serben, nahezu 25% römisch-katholische Kroaten, gefolgt von den Roma und anderen Volksgruppen. Ende 1995 lebten noch 3,4 Millionen Menschen in BiH. Mit rund 52.000 qkm Fläche ist BiH etwa so groß wie Baden Württemberg und Rheinland Pfalz zusammen.

Das Friedensabkommen von Dayton sieht die Teilung von Bosnien-Herzegowina in zwei unabhängige politische Einheiten vor: in die bosniakisch - kroatische Förderation und die Republika Srpska (serbische Republik), die unter einer Zentralregierung vereint sind. Rund 51% des Gebietes mit der Hauptstadt Sarajevo gehören zur muslimisch-kroatischen Förderation, etwa 49% - ein langer Streifen an der nördlichen Grenze zu Kroatien und an der östlichen Grenze zu Serbien - gehören zur Republika Srpska. In beiden Landesteilen selbst sind die jeweils anderen Volksgruppen weiter als Minderheiten vertreten. Alle sprechen Serbokroatisch. Muslime und Kroaten verwenden die lateinische Schrift, die Serben die kyrillische . Die beiden Teilgebiete sind in insgesamt 17 Regierungsbezirke (Kantone). aufgeteilt in denen zum Teil voneinander abweichende Verwaltungsbestimmungen und Gesetze gelten.

Mit der Unterzeichung des Daytonabkommens wurden die Kriegshandlungen eingestellt. Die Hilfe der Völkergemeinschaft hat für die Herstellung der öffentlichen Ordnung und den Wiederaufbau von Verkehrswegen und Wohnraum gesorgt. Der Befriedungsprozess ist aber bis heute nicht abgeschlossen. Nur sehr zögernd haben die verantwortlichen Politiker die Integration der rückkehrenden Flüchtlinge unterstützt.

Zu groß sind immer noch Angst, Misstrauen, Korruption und Bürokratismus, um eine rasche gesellschaftliche und wirtschaftlichen Entwicklung zu ermöglichen. Die Wirtschaft des Landes ist mit dem Krieg praktisch vollständig zusammengebrochen und kommt unter den derzeitigen Randbedingungen nicht in Gang. Demzufolge liegt die Arbeitslosigkeit offiziell bei 40%, tatsächlich aber weit höher. Diejenigen, die Arbeit haben, müssen mit Löhnen von durchschnittlich 400 KM (konvertible Marka) das entspricht etwa 200 Euro, leben. Dabei entspricht das Preisniveau heute dem des übrigen Mitteleuropa. Noch schlimmer sind die Waisen, Hinterbliebenen, Rentner und Invaliden dran. Mit Renten von wenigen Marka bis hin zur maximalen Einheitsrente von derzeit 117 KM ist ein Überleben nur mit großer Anstrengung und Entbehrung möglich. Wie überall, leiden unter den schwierigen Bedingungen vor allem die Alten, Kranken und Schwachen übermäßig. Hinzu kommt, dass heute, viele Jahre nach Kriegsende, die Kriegsfolgen wie Invalidität, getrennte Familien und psychisch erkrankte Menschen neue Not wachsen lassen.

Es ist heute wieder möglich unkompliziert nach Bosnien zu reisen und sich im Lande umzuschauen. Unterkünfte findet man eher in den großen Städten. In Mostar und in der Nähe des Wallfahrtsortes Medugorje gibt es schon wieder etwas Tourismus. Die Menschen sind freundlich, und man muss zweimal hinschauen, bevor man merkt, dass das Land in seiner Entwicklung auf der Stelle tritt.

Literatur:
Microsoft ENCARTA Weltatlas 2000
Petritsch W. Bosnien und Herzegowina fünf Jahre nach Dayton.

Hat der Frieden eine Chance ?
Wieser Verlag; Klagenfurt – Wien – Ljubljana – Tuzla – Sarajevo 2001

Informationen des Auswärtigen Amts

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